Reha-Sport für Senioren
Ab dem 30. Lebensjahr verlieren wir 3-8 % Muskelmasse pro Jahrzehnt, wenn wir nichts dagegen tun. Leitlinien empfehlen Krafttraining.
Warum Reha-Sport ab 60 unverzichtbar ist
Muskelerhalt & Sarkopenie
Der altersbedingte Muskelabbau ist einer der Hauptgründe für Gebrechlichkeit. Die gute Nachricht: Auch mit 70 oder 80 Jahren bauen Sie Muskelmasse auf. Studien zeigen: Selbst Personen über 90 erzielen durch gezieltes Training signifikante Zuwächse. Es ist nie zu spät.
Sturzprävention
Stürze sind die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte bei Menschen über 65. Reha-Sport verbessert drei entscheidende Faktoren:
- Beinkraft: Starke Beine fangen Sie auf, wenn Sie ins Stolpern geraten.
- Gleichgewicht: Trainiertes Gleichgewichtssystem reagiert schneller auf Störungen.
- Reaktionsfähigkeit: Regelmäßiges Training schärft die neuromuskuläre Koordination.
Knochengesundheit & Osteoporose-Prävention
Knochen passen sich an Belastung an, genau wie Muskeln. Krafttraining setzt mechanische Reize, die den Knochenaufbau stimulieren. Besonders für Frauen nach der Menopause wird Krafttraining in Leitlinien zur Osteoporose-Prävention empfohlen.
Alltagsmobilität
Vom Stuhl aufstehen, Treppen steigen, Einkaufstaschen tragen, die Enkel hochheben: Reha-Sport hält genau diese Fähigkeiten aufrecht. Es geht nicht ums Bodybuilding, sondern um selbstständige Lebensführung.
Kognitive Gesundheit
Krafttraining betrifft nicht nur den Körper. Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiges Training die geistige Fitness und die Stimmung unterstützen kann.
Sicheres Training in der Gruppe
Ein Training im normalen Fitnessstudio ohne Anleitung birgt Risiken, gerade für ältere Menschen. Bei uns trainieren Sie in kleinen Reha-Gruppen unter qualifizierter Übungsleitung:
- Vorgespräch & Anamnese: Wir kennen Ihre Vorerkrankungen, Medikamente, Belastungsgrenzen.
- Angepasste Übungsauswahl: Bei Knieproblemen wählen wir andere Beinübungen; bei Osteoporose meiden wir bestimmte Wirbelsäulen-Belastungen.
- Korrekte Technik: Übungsleitung achtet auf jede Wiederholung und greift ein, bevor etwas schiefgeht.
- Soziale Komponente: Gemeinsam in der Gruppe trainieren motiviert und macht Spaß.
Typische Trainingsinhalte
Vergessen Sie das Bild vom zarten Gymnastikprogramm mit Theraband. Modernes Senioren-Reha-Sport ist Krafttraining, mit angemessener Intensität, sauberer Technik und progressiver Steigerung.
Funktionelles Krafttraining
Bewegungen, die im Alltag relevant sind: Aufstehen, Hinsetzen, Heben, Tragen, Treppensteigen. Kniebeugen auf einen Stuhl, Druckbewegungen, Kreuzheben-Varianten, kontrolliert und sicher.
Gleichgewichts- und Koordinationstraining
Einbeinstand, Tandemgang und Übungen auf instabilen Untergründen werden in Leitlinien zur Sturzprävention empfohlen.
EinbeinstandEin Fuß ist angehoben
TandemgangFuß vor Fuß auf einer Linie
Instabiler UntergrundDer Untergrund bewegt sich
Mobilität & Beweglichkeit
Hüft-, Schulter- und Wirbelsäulen-Mobilisation, damit Sie sich im Alltag in Ihrem Tempo bewegen können.
Beispielübungen für Sturzprävention & Kraft

So läuft die Bewegung

So läuft die Bewegung

So läuft die Bewegung

So läuft die Bewegung
Was Sie mitbringen sollten
- Ärztliche Verordnung (Formular 56): Hausärzt:innen verordnen das in der Regel ohne Probleme.
- Bequeme Sportkleidung, Hallenschuhe
- Brille oder Hörgerät, falls Sie diese im Alltag nutzen
- Liste Ihrer aktuellen Medikamente (für unser Vorgespräch)
Weiterführende Artikel
- Animierte Übungen zur Sturzprophylaxe (öffnet in neuem Tab): Übungen für zu Hause mit Anleitung
- Sturzprophylaxe ab 60: 6 Übungen für mehr Sicherheit
- Reha-Sport oder Physiotherapie?: Der Unterschied einfach erklärt
- So beantragen Sie eine Reha-Sport-Verordnung: Schritt für Schritt